Der Lesegriffel für unterwegs

Mini-Scanner: Ein Lesestift von Siemens liest Texte ein, speichert sie und macht sie der späteren digitalen Verarbeitung zugänglich

Medien | Hannes Stieger | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Einen "Offline-Lesestift" nennt ihn Hersteller Siemens - ein kleines Gerät, das Text einliest, der damit später am Computer weiterverarbeitet werden kann. Der griffelähnliche "pocket reader" soll es dem Anwender ermöglichen, informative Absätze oder ihm wichtige Zitate einzulesen und zu speichern.

Dabei fährt man mit dem Stift über die betreffende Textzeile, die durch den eingebauten Mini-Scanner eingelesen wird. Für die Verarbeitung sorgt ein digitales neuronales Netzwerk, das die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch versteht. Über die Zeichenerkennung hinaus wird der gelesene Text auch sprachabhängig im Kontext und mittels integrierter Wörterbücher auf Plausibilität hin überprüft.

Der Anwender kann die eingelesenen Buchstaben und Zahlen sofort mittels 24-Zeichen-LCD-Display kontrollieren und ungewollte Textteile gleich löschen. Dabei soll einem nicht der Speicher ausgehen - bis zu zwanzig A4-Seiten behält der "pocket reader" auch bei Batterieausfall im Gedächtnis.

Der Siemens-Stift kann dann an jeden Computer angeschlossen werden, um die Daten an diesen zu übertragen. Am PC kann der Text mit jeder beliebigen Textverarbeitung weiterbearbeitet werden.

Der Lesegriffel ist sechzehn Zentimeter lang und 110 Gramm schwer. Die "Siemens-Innovation für den Computer-Peripheriegerätemarkt" (O-Ton Werbetext) wurde von Siemens Österreich entwickelt und wird von hier aus auch weltweit vertrieben. Dennoch wurde er zuerst in Deutschland vorgestellt und schaffte erst vor kurzem auch den Sprung in Österreichs Regale. Hierzulande ist er jetzt um rund 2500 Schilling zu haben. Als Zielgruppe stellt sich Siemens jeden - vom Studenten bis zum Manager - vor.


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