Quote oder Qualität?

Kultur & TV: Ob und wie gut der ORF in der TV-Berichterstattung seinem "Kulturauftrag" nachkommt, wird naturgemäß unterschiedlich beantwortet. Die Sendungsverantwortlichen sind mit den tollen Quoten jedenfalls deutlich zufriedener als die Kulturschaffenden.

Kultur | Carsten Fastner und Klaus Nüchtern | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Wenn man sie als "Kulturschaffende" bezeichnet, muß Marlene Streeruwitz lachen: "Ich dachte immer, das sind die Leute, die ich hasse", meint die Schriftstellerin, die im übrigen der Auffassung ist, daß es mit der Kultur in der ORF-internen Konkurrenz nicht zum besten steht: "Wir müssen die Kulturberichterstattung auf das Niveau der Sportsendungen heben. Beim Tennis zum Beispiel ist ein relativ hoher Standard erreicht, chauvinistisch, aber immerhin mit einiger Sachkenntnis. Wenn wir für die Kultur das Sport-Niveau erreichen würden - auch in der Sendezeit - wäre das ein paradiesischer Zustand. Im Sport sieht man den 100-Meter-Läufer, wie er seine Sache macht, und nachher gibt's ein dummes Interview. In der Kultur gibt's immer nur ein dummes Interview."

Daß der ORF einem Kulturauftrag nachzukommen hat, ist unbestritten. Darüber, wie diese vielzitierte und -beschworene Aufgabe zu erfüllen sei, herrschen naturgemäß große Auffassungsunterschiede. Diese entzünden sich dann unter


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