Schöne neue Welt?

Sachbuch: Das Wissen um unsere Gene kann gefährlich sein. Der Wissenschaftsphilosoph Philip Kitcher zeigt in seinem neuen Buch, daß ein vernünftiger Umgang mit brisanten Fragen der Eugenik möglich ist.

Kultur | Stefan Löffler | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Ein Philosoph schreibt ein dickes Buch mit dem Titel "Genetik und Ethik", laut Umschlag "eine Einführung in den gegenwärtigen Stand der Genforschung", die sich darüber hinaus mit ihren möglichen Folgen befaßt. Der Rezensent nimmt Titel und Klappentext etwas gelangweilt zur Kenntnis und fragt sich, ob so ein Buch die Lektüre, geschweige denn die Besprechung lohnen könnte.

Szenenwechsel: Ein Lesbenpaar wünscht sich ein Kind. Kein beliebiges, sondern eines, das mit beiden Frauen verwandt sein soll. Die eine spendet eine Zelle. Diese wird in die Eizelle ihrer Partnerin transferiert, die dann das Kind austrägt. Wäre der Zelltransfer, vulgo das Klonen, in diesem Fall vertretbar? Philip Kitcher, unser schreibender Philosoph, hat sich dieses Beispiel ausgedacht. Nicht, um das vielleicht schon bald machbare Klonen von Menschen zu rechtfertigen, sondern um die Debatte auf den Boden konkreter Fragestellungen zurückzuholen.

Die gängigen Schreckensszenarien ängstigen ihn nicht, zumal er die


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