Comandantina Dusilova: Exklusiv einefoan

Stadtleben | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Es klang zu schön, um wahr zu sein. Der perfekte Bankraub schien geglückt zu sein. Der Raub der Räube, begangen von niemand geringerem als dem Direktor der Bank, nicht wie branchenüblich vom sanglosen Angestellten mit den klanglosen Spielschulden und der teuren Freundin aus dem billigen Kosmetiksalon. Die Comandantina wähnte den smarten Rieger mindestens in der Karibik. Daß dem Rieger mit der dicken Lippe und den dünnen Brillen nichts Besseres einfiel, als sich an die Côte d'Azur zu vertschüssen und dort ein Wendl-Interview nach dem anderen zu geben, damit konnte sie natürlich nicht rechnen. Hui, wär das spannend gewesen, wieder etwas aus der Feder Emil Bobis zu lesen, von mir aus wieder aus Fortalezza, aus Fortlezza-Buaschn, Suupag'schicht, exklusiv einefoan-Fortalezza zu lesen. Zu lesen, wie nahe wir schon am Rieger waren, so nahe dran, daß die eben gerauchte Ernte 23 Riegers noch dampfte. Im feuchten Aschenbecher. Der Marcello gehört. Dem blinden Barmann. Der ihn gut kennt, Wolfgang aus Linz. Den sie Lask nannten, damals, als er noch ein Würschtl war. Drüben in Linz. Wo es immer regnet. Und wo die Frauen traurig sind. Weil es keinen Tanz gibt und keine Liebe. Und keine Millionen. Nur Banken. Und Feiglinge. Und endlich: ihn, Wolfi.


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