Ewige Leichen

Jubiläum: Vor 250 Jahren legte Maria Theresias Gatte Franz Stephan von Lothringen mit dem Ankauf einer 30.000 Stück umfassenden Sammlung von Mineralien, Fossilien, Schnecken und Muscheln den inhaltlichen Grundstein für das heutige Naturhistorische Museum. Betrachtungen von

Stadtleben | Ernst Molden | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Dieses Museum ist groß. Es umfaßt 39 Säle, zeigt Millionen Exponate allein in seiner Schausammlung, bestürmt mit zahllosen Stücken belebter und unbelebter Natur. Es verweigert sich einer Erledigung im Vorübergehen. Das Museum bedeutet Arbeit, Auslieferung und Geduld. Seine Waffe ist die Dichte seiner Schau. Der Besucher allein muß wissen, welchem Anblick er wieviel Zeit zu schenken hat.

Doch das Museum erlaubt Spezifikation: Manche kommen zu den Fossilien, andere zu den Mineralien oder gar zu den geheimnisvollen Asteroidentrümmern, für deren Sammlung dem Museum Weltberühmtheit gilt. Andere stochern in der menschlichen Entwicklungsgeschichte, gewinnbringend, umso mehr, als dubiose Reminiszenzen wie der berüchtigte Rassensaal aus der Flucht der Schauräume verschwunden sind. Ich selbst gebe zu, daß, vielleicht kindisch, mir die zoologischen Präparate noch immer die liebsten sind. Ja, genau: diese Tiere hier. Diese teils bizarren Gestaltwerdungen einer altertümlichen Sicht des


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