Starr vor Angst

Seinesgleichen geschieht: Sicherheitspolitik in Österreich: Zwischen Bellizisten und Pazifisten, fern der Sachfragen.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 46/98 vom 11.11.1998

Österreich in Angst! In Brüssel hat die EU soeben auf Ministerebene konkrete Verhandlungen mit den Beitrittskandidaten Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Estland und Zypern aufgenommen. Österreich zittert, zumindest, wenn man jenen glaubt, die vor allem dann die Hand am Puls des Volkes haben, wenn dieser etwas schneller geht. Damit, Sie verstehen schon, sind nicht erotische Freuden gemeint, sondern die sogenannten Besorgnisse der Bevölkerung. Nehmet sie ernst! 62 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher fürchten sich, war jüngst zu lesen, vor ebenjener anstehenden EU-Erweiterung. Ob diese Furcht nur ein Echo der Propaganda ist, mit der seit Jahr und Tag Auflage gemacht wird, oder ob die Auflagenmache eine Konsequenz aus der herrschenden Angst ist, läßt sich nicht mehr entscheiden.

"The Age of Anxiety", der Titel eines großen Gedichts von W. H. Auden, kann übersetzt werden als "Das Zeitalter der Angst" oder auch "Das Zeitalter der Enge". Angst und Enge sind ja etymologisch


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige