"Ich mußte sie bändigen"

Polizeiaffäre: Fortsetzung im Chinesenprozeß: Jener Beamte, der beschuldigt wird, drei Asiaten verprügelt zu haben, fordert nun 200.000 Schilling Schmerzensgeld. Er hat schon öfter merkwürdige Amtshandlungen mit Asiaten geführt.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 46/98 vom 11.11.1998

Die braungebrannten Beamten der Wiener Fremdenpolizei haben sich fesch gemacht. Der Revierinspektor trägt eine zünftige Lederhose, weiße Wollstrickstutzen mit Zöpfchen, ein Leinenhemd mit eingewebtem Edelweiß und viel Gold an Hals und Handgelenk. Sein großgewachsener Kollege, der Gruppeninspektor Andreas R., klackert lautstark mit genagelten Schuhen am Gang, während er einem Kollegen etwas von "Chinesen, die wir gefilzt haben", erzählt.

Dritter Verhandlungstag im Prozeß gegen drei verprügelte Betreiber des Wiener Chinarestaurants Schöne Perle. Am Wort sind die Polizisten. Sie dürfen ihre Version jener Amtshandlung bekanntgeben, die im nächsten amnesty-Bericht angeführt sein wird, die zu einer parlamentarischen Anfrage an Innenminister Karl Schlögl geführt hat und über die selbst im holländischen "NRC Handelsblad" ausführlich berichtet wurde.

Die Beamten werden aber nicht nur ihre Sicht der Vorfälle im Chinarestaurant bekanntgeben, sondern gemeinsam 210.000 Schilling Schmerzensgeld


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