Die Kunst, provinziell zu sein

Regionalplanung: Wenige hundert Meter südlich der Wiener Stadtgrenzen entsteht derzeit einer der größten Büroparks Österreichs, der "Campus 21". So nebenbei ist dieses Projekt ein neuerlicher Beweis dafür, daß (stadt-)grenzenüberschreitende Planung in Wien nicht einmal auf dem Papier stattfindet.

Politik | Thomas Rottenberg | aus FALTER 46/98 vom 11.11.1998

So ein Busineßpark ist eine schöne Sache. Zumindest dann, wenn auf der Videowand im 21. Stock des Ringturms die Präsentationssoftware toll funktioniert. Dann sitzen Versicherungsdirektoren, Projektentwickler, Investoren und Architekt da und sehen zu, wie auf der Leinwand ein Bürozellenmodul mühe- und schwerelos neben dem anderen aufpoppt, wie der Mann an der Maus aus einer leeren Halle das maßgeschneiderte Büro zur Jahrtausendwende zaubert. Virtuell, versteht sich. Freundliche Büros für freundliche Menschen in einer freundlichen Umgebung. Jedenfalls suggeriert das die Animation: Park soll werden, was Park heißen wird und wo ab Ende 1999 bis zu 4000 Menschen arbeiten sollen. Umgeben von viel Grün und idyllischen Teichen. Als "Business Park Wien Süd" stellt sich das 21 Hektar große Gelände wenige hundert Meter südlich der Stadtgrenze vor, "Campus 21" lautet die Adresse - und es wird alle jene Stückerln spielen, die Studenten am Campus des Alten AKH vergeblich suchen: Platz


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