Was das Leben ist

Retrospektive: Pflichttermine für geneigtes Kinopublikum: Im Filmmuseum sind erstmals in Wien alle 36 erhaltenen Filme des japanischen Regisseurs Yasujiro Ozu zu sehen.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 46/98 vom 11.11.1998

Wenn es in unserem Jahrhundert noch Heiligtümer gäbe ..." So beginnt eine Sentenz, die bei uns wohl schon bekannter ist als das Gesamtwerk jenes Regisseurs, dem Wim Wenders in seinem Filmessay "Tokyo-ga" (1985) Tribut zollte: "Wenn es so etwas gäbe wie das Heiligtum des Kinos, müßte das für mich das Werk des japanischen Regisseurs sein. 45 Filme hat er gedreht, Stummfilme in den zwanziger Jahren, Schwarzweißfilme in den dreißiger und vierziger Jahren und schließlich Farbfilme, bis zu seinem Tode im Jahr 1963, am 12. Dezember, dem Tag seines 60. Geburtstags."

Der Heiligsprechung durch Wenders steht das entspannt pragmatische Selbstverständnis Ozus gegenüber, der sich selbst gerne mit einem Tofu-Händler verglich, weil auch er mit nahrhaften, aber nicht weiter außergewöhnlichen Waren handle. Dementsprechend hat sich Yasujiro Ozu, der heute als bedeutendster (oder jedenfalls als "japanischster") aller japanischen Regisseure gilt, in nur einer Handvoll Texten und Interviews über


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