Spielplan

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 46/98 vom 11.11.1998

Auf der Bühne stehen ein Schreibtisch und ein Tonbandgerät. Der Schreibtisch gehört dem ungarischen Philosophen Georg Lukács; auf dem Tonband befinden sich jene Interviews, die der ungarische Dramatiker (und Lukács-Schüler) István Eörsi mit dem todkranken Meister in dessen Sterbejahr 1971 geführt hat. Die Gespräche waren Basis für das Stück "His Master's Voice", dessen deutschsprachige Erstaufführung im Theater m.b.H. zu sehen ist: Eörsi (Ernst Ch. Mathon in perfektem Ostblock-Freizeitkostüm) geht mit dem "auferstandenen" Lukács (Alexander Waechter mit pärfäktäm úngárischem Akzänt) die widersprüchliche Biografie eines Mannes durch, der als Mitglied der "Revolutionsregierung" in Budapest 1956 verhaftet wurde - und anschließend um Wiederaufnahme in die Partei ansuchte. Daß das erstaunlich unterhaltsam bleibt, ist dem spannenden Leben und den trockenen Pointen des Helden zu verdanken. Warum seine Schriften so humorlos seien, will Eörsi einmal wissen. Darauf Lukács:


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