Nie wieder Irma la Douce!

Theater: Das Wiener Volkstheater nach zehn Jahren Emmy Werner: ein Bericht zur Lage des Hauses und ein Gespräch mit einer Direktorin, die am liebsten noch einmal ganz von vorne anfangen würde.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 46/98 vom 11.11.1998

Noch nie war das Risiko so groß, im Volkstheater eine gute Aufführung zu sehen, wie in diesen Tagen. Wen es in Michael Schottenbergs läppisch-lähmende "Mirandolina"-Inszenierung verschlägt, der kann von Glück reden, und wer in Felix Mitterers "Löwengrube" fällt, ist gerade noch einmal davongekommen. Aber sonst? Keine Chance: Mit dem britischen Reißer "Hautnah" (siehe Kritik auf Seite 72), dem Horváth-Klassiker "Geschichten aus dem Wiener Wald" (Regie: Michael Gruner) und dem auch fast drei Jahre nach der Premiere noch umjubelten Maria-Callas-Abend "Meisterklasse" (mit der Volkstheater-Primadonna Andrea Eckert) stehen derzeit gleich drei Produktionen auf dem Spielplan, die nicht nur an der Kassa erfolgreich sind, sondern guten Gewissens auch besten Freunden empfohlen werden können.

Das war, vorsichtig ausgedrückt, nicht immer so. Das von der Theatermanufaktur Fellner & Helmer errichtete Haus (die beiden Architekten haben um die Jahrhundertwende insgesamt 43 Theater gebaut) war


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