"Hautnah": Let's talk about sex

Kultur | aus FALTER 46/98 vom 11.11.1998

Auf neue Stücke wie dieses warten Theaterdirektoren auf der ganzen Welt sehnlichst: "Hautnah" von Patrick Marber erfordert weder viel Personal noch viel Technik, es ist intelligent, unterhaltsam und sexy - und ist zwischen London und München folgerichtig ein Kassenschlager. Zu den Eigenheiten des Volkstheaters gehört es, daß ein Stück wie "Hautnah" hier dennoch als Wagnis gilt. Ja, es fallen Worte wie "Fotze", "Schwanz", "Arschfurche" und unzählige Male die dazugehörigen Verben - das Risiko aber sollte sich dennoch in Grenzen halten: Man darf davon ausgehen, daß auch das Volkstheater-Publikum hin und wieder "Peep!" oder "Lust auf Liebe" schaut, und für irgendwas müssen diese Sendungen ja gut sein.

Der Titel "Hautnah" ist insofern irreführend, als es auf der Bühne bei Verbalerotik bleibt (die schlimmsten Schweinereien fallen witzigerweise in einem Internet-Chat und müssen von einer Leinwand abgelesen werden); die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale sind verhüllt, vor

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