... mag man eben

Manner Schnitten: Die Wurstsemmel als Hauptspeise, die Manner Schnitte als Dessert - das klassische Wiener Menü hält seit Jahrzehnten jeder Fast-food-Strömung stand. Heuer wurde die Manner Schnitte 100 Jahre alt.

Stadtleben | Sigrid Neudecker und Christopher Wurmdobler | aus FALTER 46/98 vom 11.11.1998

Das Beste landet im Mistkübel. Dort, wo besonders viel Haselnußfülle zwischen den Waffelblättern quillt - am Rand jeder Riesenneapolitanerplatte nämlich -, wird geschnitten. Und die Ränder wandern in den Kübel. Der Kübel ist allerdings eher ein Bottich, randvoll mit Schnittenresten, und nicht der einzige in der großen Fabrik, der dem Schoko-Junkie das Herz bricht. Minder geratene Waffelblätter, leicht gesalzen und fast noch besser als das fertige Endprodukt, werden aussortiert, fehlgeschlagene Verpackungsversuche ebenso wie Überfüllungen. Alles, was zerbrochen, zu sehr mit Creme gefüllt oder aus anderen Gründen nicht norm-, aber trotzdem mundgerecht ist, wird von flinken Fotozellen enttarnt und mit Luftdruck aus der Produktion geschossen. Qualität siegt. Und erhält sich doch selbst: Die Überreste werden zerkleinert und dürfen es beim nächsten Durchgang wieder probieren.

Im Prinzip war Josef Manner I. der erste Schokodiscount. "Chocolade für alle" lautete 1890 die Geschäftsidee


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