This Is Not America

Kommentar Viktor Klimas jüngster universitätspolitischer Vorstoß beruht auf einem Mißverständnis heimischer und amerikanischer Verhältnisse.

Vorwort | Siegfried Mattl | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Fünf Jahrhunderte lang sind die Gelehrten ganz Europas einer lächerlichen Illusion aufgesessen. Sie forderten gegenüber Kirche und Staat das Recht auf die souveräne Ausgestaltung der Regeln ihrer Institutionen. Das betrachteten sie als Voraussetzung, um wahres Wissen zu produzieren und weiterzugeben, und nannten es "Autonomie". Viktor Klima will, wie er vor europäischen Top-Managern erklärte, damit auf seine Art ernst machen und die Universitäten in die Autonomie von "Kapitalgesellschaften" entlassen; nicht, weil sie dann ihrer Funktion (siehe oben) besser nachkommen könnten, sondern weil mehr Impulse für die Forschung und eine "wirtschaftsnähere Ausbildung" zu erwarten wären. "Autonomie" soll zum Schrecken akademischer Gralshüter universitäres Wissen endlich zur betriebswirtschaftlichen Ressource machen.

Man muß sich erinnern: Vor nicht einmal einem Jahr ist der großangelegte Versuch der Regierung Klima, ein Forschungsförderungskonzept mit "der" Wirtschaft zu akkordieren,


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