Dolm der Woche: Der Tod

Politik | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Gevatter Hein ist auch nicht mehr, was er dereinst war. Früher, ja früher ließ er sich nur von erstklassigen Seuchen wie der Pest oder der Cholera einspannen, heute haut er sich mit jedem auf ein Packel. Sogar mit der "Jungen Volkspartei". Die stellt den Sensenmann dann vor Clubbings und Szenelokalen auf - um die Jugend vor der "tödlichen Gefahr von Designerdrogen" zu warnen. Blöderweise haut Geisterbahn-Aktionismus heute nicht einmal mehr im Prater hin - und die undifferenzierte Gleichsetzerei aller Drogen mit Tod, Elend und Ende in der Gosse funktioniert auch längst nicht mehr. Einzig ÖVP-Politiker haben von der Panikmache noch immer nicht genug: So for-derte ÖVP-Verkehrssprecher und Drink-&-Drive-Aktivist Helmut "0,8-Promille" Kukacka strenge Strafen für "Drogenlenker" - mit Grenzwerten, die schon den Konsum eines Mohnstrudels zum knastaffinen Delikt machen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige