Recht auf Bildung?

Behinderte Nach dem Gesetz muß jeder Mensch neun Jahre in die Schule gehen. Nichtbehinderte dürfen länger lernen, für Behinderte ist nach neun Jahren Schluß.

Politik | Thomas Rottenberg | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Heute lernt Barbara Maurer. Auch nicht schlecht. Immerhin wird die heute 16jährige so lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und einen regulären Beruf auszuüben. Das ist gut. Das wäre noch vor zehn Jahren kaum möglich gewesen. Denn Barbara ist von Geburt an geistig behindert. Nicht stark, aber doch stark genug, daß sie früher in der Sonderschule gelandet wäre: Sonderschule, geschützte Werkstätten, geschütztes Wohnprojekt. Und Schutz kann auch Ghetto sein. Aber Barbara hatte Glück: Sie kam in eine Integrationsklasse an einer regulären Hauptschule, drückte mit "normalen" Kindern die Schulbank und war Ende der vierten Klasse überall positiv. Bis auf Mathe. Nicht weiter schlimm: Normalerweise wiederholt man die Klasse - und mit einem konkreten Berufsziel vor Augen läßt sich danach, den Hauptschulabschluß in der Tasche, eine ordentliche Lehre beginnen. Barbara wollte Keramikerin werden. Jetzt wird sie eben Maurerin. Das Gesetz will es so.

Denn als die Schülerin im Vorjahr mit


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