Eine Verfassung für die EU?

Essay Ein geeintes Europa braucht seine Symbole. Den Euro, eine gemeinsame europäische Politik für den Frieden, eine Finanzierung durch seine Bürger. Caspar Einem zieht Parallelen zwischen Europa 1848 und Europa 1998.

Politik | Caspar Einem | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Achtzehn Millionen europäische Arbeitslose können heute genausowenig auf den Ausgang einer Debatte um eine neue demokratische Verfassung für Europa warten, wie es die Arbeiter des Revolutionsjahres 1848 konnten. Damals ging es primär um mehr Lohn und um bessere soziale Absicherung. Die Frage einer liberalen Verfassung war wichtig, aber keinesfalls zentral. Die Menschen machten sich Sorgen um das bloße Überleben.Die sogenannten "Globalisierungsverlierer" von heute, die kleinen Landwirte, für die der Hof nicht mehr rentiert, die Gewerbetreibenden, die durch den Prozeß der Konzentration in Produktion und Handel an den Rand gedrängt sind, die vielen Arbeiter und Angestellten, die sich bedroht sehen, im Prozeß des sich verschärfenden Wettbewerbs ihre Arbeit zu verlieren, oder die diese schon verloren haben, sie alle haben nicht die Demokratisierung der Union im unmittelbaren Blickfeld. Sie glauben, ihr Heil in der Umkehr zu finden, in der Rückbesinnung auf die nationale Karte, auf


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