Polizisten als Psychiater?

Polizei Wenn jemand sich aus dem Fenster stürzen möchte oder seine Freundin mit dem Messer bedroht, ruft man zuerst die Polizei. Doch die Beamten werden erst seit kurzem für solche Einsätze speziell geschult.

Teresa Perz | Politik | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Ich bin der Harry Hofer, und ich bin verrückt. Ich hab zwei Diagnosen auf Schizophrenie und ein halbes Dutzend andere." Fünfzehn Augenpaare, die fünfzehn Polizeibeamten gehören, starren erstaunt auf den kleinen Mann, der so selbstbewußt von der Würde des Irreseins spricht. Ort der Handlung: Volkshochschule Hernals. Hier findet der dreitägige Polizistenweiterbildungskurs "Umgang mit psychisch kranken Menschen" statt: Ein Kranker erklärt den Polizisten die Welt des Wahnsinns. Eine Welt, in der Schizophrene vor Angst verrückt werden, weil sie beispielsweise glauben, daß Giftgas durch die Wände sickert. "In einer solchen Paniksituation wird man von verständnislosen Polizisten niedergerungen, in Handschellen gelegt, auf die Baumgartner Höhe geschliffen und dort niedergespritzt", schildert Harry Hofer.

Die Beamten haben es aber auch nicht leicht. Sie beklagen die Unberechenbarkeit mancher psychisch Kranker: "Die werden rabiat und springen einem an die Gurgel." Für solche Situationen

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