Presseschau

Medien | Andreas Dusl | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Alle, von der oft angesehenen Washington Post bis zum vielzitierten Economist hatten sich schon auf den Vater aller Zeitungskriege eingestellt. Auf das Match der 1A-Schichtbearbeiter, den Infight zwischen den großen Magazinen dieses Landes. Den Final Countdown zwischen dem neutapezierten profil und dem jung betuchten Format. Teure Kolumnisten hatten sich bis an die Zähne mit billigen Formulierungen bewaffnet, Chefredakteure hatten ihren Stil in ungezählten Geheimkonferenzen und Cafeteriadebatten in geahnte Höhen geschraubt, und Herausgeber waren von ihren Chefs mit unglaublich goldenen Pflügen zur Beackerung des Marktes ausgestattet worden. Und dann das. Der Krieg der intellektuellen Broschüren fand einfach nicht statt. Zu tief saß ein alter Stachel der Gebrüder Fellner im mürben Fleisch des profil. Der Liebreiz der Natürlichkeit, die Magie der Unbekleidetheit, der ewige Reiz des Weiblichen. Die Nackte auf dem News-Cover. Jetzt geben wir's euch, sagte sich die profil-Troika und schlug zurück. Frisch aus der Retusche und "Nie mehr krank": die Nackte auf dem neuen profil-Cover.


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