Cop Hawaii

Film In Brian De Palmas Thriller "Snake Eyes" spielt Nicolas Cage seine interessanteste Rolle seit langem - einen Polizisten, der die Zeugin eines Mordfalles finden muß.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Die Ausläufer des Sturmtiefs Jezebel haben Atlantic City erfaßt. In der Arena eines Casinos warten 14.000 Leute auf Schwergewichtschampion Lincoln Tyler und den Beginn des Titelkampfs. Prominentester Gast ist der Verteidigungsminister, umgeben von einem halben Dutzend Bodyguards. Mit dieser Eröffnungssequenz, einer zwölf Minuten dauernden Steadycamfahrt, steckt De Palma den Schauplatz von "Snake Eyes" ab, und Rick Santoro (Nicolas Cage), der Cop im Hawaiihemd, sein Revier. Alles - sämtliche handelnde Personen und auch das folgende Mordkomplott - ist in ihr schon enthalten.

Jeder bessere Film Brian De Palmas - von "Blow Out" (1981) bis "Raising Cain" (1992) - entfaltet sich so, im Rückwärtsgang. Anders als im klassischen Whodunit wird die Materialebene dabei immer dichter und die Geschichte immer dünner. "Snake Eyes" ist um eine lückenlose Beweisführung bemüht, Mittel zum Zweck sind jene Bilder, die die Überwachungskameras von den diversen Etagen des Gebäudekomplexes liefern.


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