Oma beim Bowling

Film Ein Festival präsentiert Filme aus Forschung, Werbung und Propaganda, die den Menschen zu größerer Effizienz ermuntern.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Ein kleiner Pfadfinder trägt einer alten Dame die schwere Einkaufstasche über die Straße und wundert sich über deren Gewicht. Der kurze US-Schwarzweißfilm "Das Bowling-Fieber" aus dem Jahr 1955 ist allerdings kein Rekrutierungsspot für die Boy Scouts, er will vielmehr die Nation zur sportlichen Ertüchtigung bewegen. Die alte Dame ist auf dem Weg zu ihrem "Bowling-Kränzchen" auf einer vollautomatischen Bahn, wo kein "launischer Kegeljunge" Dienst versieht, sondern eine präzise Maschine. Die läuft wie geschmiert, ermöglicht einen äußerst "effizienten" Ablauf des Freizeitvergnügens und ist zugleich Einübung in bzw. Fortsetzung von industriellen Arbeitsabläufen. Ein "Trainingsfilm" also, wenn auch nicht explizit als solcher ausgewiesen wie beispielsweise "Mehr Erfolg durch besseres Reden" oder "Mehr Erfolg durch besseres Zuhören" (beide USA 1979).

Sogenannte "Produktivitätsfilme" stehen im Mittelpunkt der Filmreihe "Effizienzfieber - die Rationalisierung des Alltagslebens"


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