Was kostet Beck?

Musik Beck, der einflußreichste Popstar der Neunziger, bittet um Auszeit und rehabilitiert mit seinem neuen Album "Mutations" zwischendurch den amerikanischen Autorenrock.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Beck Hansen behauptet, sein neues Werk "Mutations" gelte im Gesamtkanon nur als Parenthese. Setzte man diese Äußerung auf die allgemein verständliche Metapher des Tempelhüpfens um, würde das bedeuten, daß er auf das falsche Feld springt und gleichzeitig "Gilt nicht!" ruft.

Sein letztes, 1996 erschienenes Album "Odelay" war eine Vorgabe, an der sich nicht nur er, sondern auch der ganze Rest des Alternative-Spektrums bis heute die Zähne ausbeißt. Während rundum die Halbwertszeiten neuer Platten auf Monatsfrist sanken, spukte "Odelay" zwei Jahre lang durch die Charts. In den Neunzigern, die zwar viele alte Dogmen vernichtet, dafür aber kaum neue produziert haben, ist dieses Album eine der wenigen klaren Plattformen, die eine Zeitrechnung davor und danach markieren. Selbst wer Becks Vermengung von Blues, Folk, HipHop-Breaks und Popsongs mißtraute, mußte zugeben, daß diese Platte eine unumkehrbare Veränderung der Voraussetzungen hinterließ.

Der ostentative Low-Fidelity-Chic von


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