Wetter, Wodka, Widerspruch

Zeitgeschichte Während Rußland noch unter den Folgewirkungen der über siebzigjährigen Sowjetherrschaft leidet, setzt sich die Historikerzunft mit der Entstehung und dem Fall der Sowjetunion auseinander.

Kirstin Breitenfellner | Kultur | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

An diesem Land ist alles überdimensioniert: die Geografie ebenso wie die Geschichte. Im größten Reich der Erde - dem zaristischen Rußland und dem Nachfolgestaat Sowjetunion - fanden in diesem Jahrhundert auch gigantische sozioökonomische Umwälzungen statt, eruptiv und mit exzessiver Gewalt.

Die russische Revolution setzte "ein riesiges Experiment in angewandter Soziologie in Gang - vielleicht das größte in der Geschichte der Menschheit", schreibt Orlando Figes in der Schlußbetrachtung zu seinem fast 1000 Seiten starken Werk über die "Tragödie eines Volkes. Die Epoche der russischen Revolution 1891 bis 1924". Für das Scheitern dieses Experiments macht Figes die realitätsfernen Ideale und den Umstand verantwortlich, daß es dem Volk nicht gelungen sei, seine Geschichte aktiv mitzubestimmen und aus der Unmündigkeit einer jahrhundertealten Sklavenmentalität herauszutreten, die tief in der Tradition des russischen Dorfes verwurzelt war.

Nach der Öffnung der Archive im Zuge der

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