Skelett aller Wirklichkeit

Literatur Die Übersetzung zweier Romane macht das Werk des amerikanischen Schriftstellers James Salter nun mit großer Verspätung auch im deutschen Sprachraum zugänglich. Die Kurzprosa und die Autobiografie werden hoffentlich bald folgen.

Kultur | Karl A.Duffek | aus FALTER 47/98 vom 18.11.1998

Lange Zeit war James Salter im deutschen Sprachraum ein Unbekannter. Die kürzlich erschienenen Übersetzungen zweier seiner Romane sollten das ändern.

Dem Mainstream amerikanischer Literatur steht von Salters schmalem ‘uvre wohl "Ein Spiel und ein Zeitvertreib" am nächsten. Nicht zufällig ist es daher auch Salters erfolgreichstes, wahrscheinlich aber auch schwächstes Buch. Philip, Sproß einer reichen amerikanischen Familie, lernt in Frankreich ein junges Mädchen kennen und verbringt ein paar Monate mit ihr. Als ihm das Geld ausgeht, kehrt er in die USA zurück. Ob sein Versprechen, sie nachkommen zu lassen, ernstgemeint ist, bleibt im dunkeln: Bei einem Verkehrsunfall kommt er ums Leben.

1967, als er zum ersten Mal erschien, hat dieser Roman ob der recht expliziten Darstellung sexueller Praktiken einiges Aufsehen erregt. Die Beziehung des ungleichen Paars konzentriert sich zusehends aufs Erotische, ansonsten gibt es im Denken und in den Erwartungen der beiden wenig Gemeinsamkeiten.


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