Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 48/98 vom 25.11.1998

... erinnerte man sich unter dem Titel "Erbstücke statt Jubiläum" an die 68er und stellte das Projekt Linke Tageszeitung vor.

Diesmal wollen wir näher auf die TAZ eingehen, das nächste Mal soll die Neue drankommen.

Die TAZ will jeden Monat eine Nullnummer erscheinen lassen (auch in Wiener linken Buchläden erhältlich) und erst täglich erscheinen, wenn die Abonnentenzahl 20.000 erreicht. Der hohe Stückpreis (DM 1,-) wird damit legitimiert, daß man sich nicht von Inserenten unter Druck setzen lassen will, daß man keine Kredite aufnehmen und sich "erst recht nicht von irgendwelchen Kapitalgebern abhängig" machen will.

Für Nachrichten wird im Netz der Basisgruppen eine teilweise rotierende Redaktion errichtet, auch soll Konferenzschaltung der Telefone bei Redaktionssitzungen eingerichtet werden. International gibt es eine Art linken Medien-Verbund mit Lotta Continua (Italien), Liberation (Frankreich), Alternativa (Kolumbien) und den Lateinamerika-Nachrichten.

"Wer will, daß diese Zeitung in einem halben Jahr erscheint, kann: - sich der lokalen Zeitungsgruppe in seiner/ihrer Stadt anschließen oder eine neue gründen - Nachrichten aus seinem Lebens- und Arbeitsbereich sammeln - Geld spenden für Satzgeräte, Fernschreiber, Agenturanschlüsse und Papier.

Die TAZ ist kein Papiertiger!" heißt es am Schluß des Editorials der Nullnummer.

Bisher zeigten sich an einer Mitarbeit an diesem Projekt interessiert: Rudi Dutschke, Daniel Cohn-Bendit, Carl Amery, RA Otto Schily, Professor Elmar Altvater (Soz. Büro) und Heinz Brandt (IG Metall).


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