Was war

Politik | aus FALTER 48/98 vom 25.11.1998

Sängerknaben Agnes Grossmann geht. Die Anfang 1997 als neue künstlerische Leiterin zu den Wiener Sängerknaben gestoßene Dirigentin legt ihr Amt als Chorchefin nieder. Grossmann war angetreten, das Niveau des trällernden Internates wieder auf das Level zu bringen, für das die Schule einst berühmt war. Nun ging sie, weil sie sich gegenüber dem Vereinsvorstand mit ihren Forderungen nach mehr musikalischer Qualität bei gleichzeitiger Entlastung der schwer arbeitenden Kinder nicht durchsetzen konnte. Der Sängerknaben-Vereinsvorstand bedauerte das Ausscheiden von Grossmann - daß an ihrer Kritik über Kinder, die Kinder sein sollen, etwas dran sei, wurde aber dementiert.

Was kommt Frau im Verfassungsgericht Die SPÖ-Frauen hielten diesmal ihren Druck aufrecht. Sie reklamierten eine Frau für den vakant gewordenen Posten im Verfassungsgerichtshof. Bis jetzt sitzt mit Lisbeth Lass erst eine einzige Frau unter den obersten Hütern der staatlichen Gerechtigkeit. Als Kandidatinnen werden derzeit die Sektionschefin im Sozialministerium, Eva Szymanski, und ihre Kollegin im Verkehrsministerium, Claudia Kahr, gehandelt. Daß es den SPÖ-Frauen gelungen ist, den umstrittenen Sektionschef im Innenministerium, Manfred Matzka, aus dem Rennen zu werfen, darf als kleine Sensation bezeichnet werden. Matzka wird schon länger als Favorit für den Posten gehandelt.

Was fehlt Neuwahldebatte Den ganzen Herbst wurde spekuliert, wann gewählt werden wird. Im März, April, Mai oder Juni. Nun soll alles anders sein. ÖVP-Parteichef Wolfgang Schüssel erklärte die Diskussion innerparteilich für beendet. Bundeskanzler Viktor Klima mahnte Arbeitsmoral ein, und angefangen will in solchen Situationen auch niemand haben. Deshalb darf jetzt wieder in allen Zeitungen und Magazinen verbreitet werden, daß die Neuwahlen abgeblasen sind. Aber was an der Oberfläche nicht vorhanden ist, muß deswegen noch lange nicht inexistent sein.


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