"Kein Debiler, der nur knurrt"

Briefbombenprozess Gerald Ruhri, neuer Strafverteidiger von Franz Fuchs, über seinen Mandanten, die Einzeltäterthese und die Chance auf ein faires Verfahren vor unbefangenen Geschworenen.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 48/98 vom 25.11.1998

Gerald Ruhri ist ein Mann mit Mut. Der neue Strafverteidiger von Franz Fuchs ist erst seit 1. September als Rechtsanwalt in einer kleinen Kanzlei am Grazer Murufer tätig. Zusammen mit seiner Frau (sie arbeitet als Konzipientin), die gerade mit ihrer Dissertation fertig geworden ist, will sich der 31jährige Strafverteidiger um den größten Kriminalfall der Zweiten Republik kümmern. Im Falter erklärt er erstmals seine Verhandlungsstrategien für den voraussichtlich im Jänner beginnenden Prozeß gegen den mutmaßlichen Bombenbauer.

Falter: Herr Ruhri, Sie sind 31 Jahre alt und haben erst vor zwei Monaten Ihre Kanzlei eröffnet. Warum übernehmen gerade Sie den Fall Fuchs?

Gerald Ruhri: Ich habe mich mit dem Pflichtverteidiger von Franz Fuchs getroffen und ihm angeboten, diesen Fall für ihn zu übernehmen. Da haben wir uns über diese Geschichte unterhalten. Und in der Rechtsanwaltsordnung ist festgelegt, daß ein Anwalt das Recht hat, einen anderen zu substituieren. Das heißt, da brauch'


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