Fernsehen

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 48/98 vom 25.11.1998

Diesen Sommer trafen sich viele harte Hunde am Bodensee. Die einen waren die Musiker. Die hießen "Nik P. & Reflex", trugen schwarze Lederhosen und lange Haare und sangen "Seit ich dich verlor, quäl' ich mich durch jede Nacht". Oder sie nannten sich "Die Paldauer", trugen schwarze Lederhosen und lange Haare und shouteten "Es gibt noch Wunder, und Mädchen wie du sind wärmer als ein Sonnenstrahl". Oder sie waren "Die Muntermacher", trugen schwarze Lederhosen, fetzten zu "Liebe ist wie ein Schmetterling" und fragten: "Wollt ihr wirklich mehr?" Die anderen waren die Zuschauer. Die saßen, durch ein kleines Stück Bodensee getrennt, am Ufer und klatschten, wenn sie eine Kamera sahen. Manche sogar im Takt. Viele gaben sich dem Headbangen in seiner vorarlbergerischen Abart (seitlich) hin, und ein paar wollten angeblich ein wenig stagediven. In seiner ursprünglichen Form. Genannt hat man das ganze "Sternstunden des Schlagers" (So, ORF 2, 20.15 Uhr). Gleichzeitig trat im ZDF ein Jüngling auf, der sich die Zeit bis zu seinem ersten Barthaar als Popstar vertreibt. In schwarzen Lederhosen und mit langen Haaren.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige