Das gelbe Herz, reanimiert

Musik Der Kulturphantast Kodwo Eshun hat mit seinem letzten Buch "More Brilliant Than the Sun" die Pop-Rezeption revolutioniert. Jetzt kommt er für eine klangarchitektonische Performance nach Wien.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 48/98 vom 25.11.1998

Kodwo Eshun ist ein gefragter Mann. Selbst wenn er zwischen seinen Vortragsreisen nach Japan und Europa in seinem Londoner Zimmer verschnauft - und nebenbei am Computer einen Artikel über das Leben im 25. Jahrhundert verfaßt -, läutet alle fünf Minuten das Telefon. Der rastlose Kodwo reagiert auf alle Anfragen nach Interviews, Vorträgen und klugen Kommentaren immer noch mit derselben überraschten, enthusiastischen Neugier. "Genauso habe ich mir das immer vorgestellt", jauchzt er und reibt sich die Hände: "Alle wollen mit mir sprechen, es ist großartig!"

Das Begehren der Welt nach dem unaufhaltsamen Redeschwall des jungen Kulturtheoretikers begründet sich vor allem auf sein vor ein paar Monaten erschienenes Buch "More Brilliant Than the Sun", eine fiebrige Neudeutung der Popgeschichte zwischen den Proto-Hippie-Phantasien John Coltranes und den abstrakten Techno-Konzepten von Underground Resistance. "Akademiker finden mein Buch delirierend, exzessiv und halluzinatorisch, Journalisten


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