Maria und Josef!

Theater Ihr Kinderlein kommet: Die Nazi-Groteske "POP!" von Georg Timber-Trattnig im Schauspielhaus.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 48/98 vom 25.11.1998

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier - dann steht der Führer vor der Tür: Zum Auftakt der Reihe "Liebe 2000" wird im Schauspielhaus erstmals ein Weihnachtsmärchen gespielt. Es heißt "POP!" und soll vor allem junge Leute ins Theater locken: Ihr Kinderlein, kommet! Gut, die Geschichte läuft ein bißchen anders als damals im Stall von Bethlehem - aber so unglaubwürdig wie die Mär von Maria und Josef ist der Plot dieser "Groteske für und wider Teen-Skins" von Georg Timber-Trattnig allemal.

Der 32jährige Kärntner hat neben Theaterstücken, Lyrikbänden und Romanen auch Texte für Ulli Bäer geschrieben. Das ist verdächtig, darf aber nicht gegen ihn verwendet werden. Vom Verlag wird "POP!" als "heutiges Theaterstück, das in seinem Versuch einer Annäherung an eine kaum zugängliche jugendliche Randgruppe und deren Sprache sowie dem Bezug zum Neofaschismus ein sehr authentisches und polarisierendes Literaturprodukt darstellt", angepriesen.


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