Kunst Kurz

Kultur | Markus Wailand | aus FALTER 48/98 vom 25.11.1998

Der Konzern und die Kunst Gefeiert hat die Generali Foundation das erste Jahrzehnt ihres Bestehens mit zweierlei Aktivitäten: Eine eigens hierfür durchgeführte Meinungsumfrage attestiert der Foundation beste Werte bei Programmakzeptanz und Außenwirkung; das Festprogramm mit Vorträgen und Umtrunk war deren praktische Umsetzung. Denn was 1988 als vergleichsweise verhaltene Initiative zur Sammlung österreichischer Skulptur begann, hat sich über die Jahre zu einem Vorzeigebeispiel für firmenmäßiges Engagement in Sachen zeitgenössischer Kunst entwickelt. Wobei stets klar bleibt, daß die Foundation in die Struktur eines Versicherungskonzerns eingebunden ist und nur in diesem Rahmen operieren kann - das freilich mit größtmöglicher Professionalität: Sie ist kein Teil der Marketingabteilung, inhaltliche Entscheidungen werden durch einen Fachbeirat abgesichert, das Programm ist mittlerweile international und doch spezifisch orientiert. Wovon auch jene drei Projekte zeugen, die Foundation-Leiterin Sabine Breitwieser für 1999 angekündigt hat: "Translocation_new/media art"; eine Retrospektive der amerikanischen Künstlerin Martha Rosler; sowie eine ausschnittweise und thematisch akzentuierte Präsentation der Sammlung zum Jahrtausendwechsel.

Fenster in progress Es war eigentlich zu befürchten gewesen. Daß irgendwann auch dieses anonyme Geheimnis des Alltags gelöst werden würde. Es geschah letzte Woche in Form einer Presseaussendung, die jenen rätselhaften Erscheinungen (Buntpapiere, Computerprints, Körperabdrucke) in den Fenstern des Hauses, in welchem sich auch das Café Drechsler befindet, den Künstler Armin Bardel zugeordnet hat. "Einfach schön, einfach simpel" steht da über diese Inserts zu lesen. Und "belanglos oder provokant" - jetzt wohl eher ersteres, jedenfalls nicht mehr Grübelstoff für samstägliche Naschmarktbesucher, die gerne Verschwörungstheorien über den Hintersinn dieser Fensterverformungen angestellt haben.


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