Comandantina Dusilova: Sonntagsvergnügen I

Stadtleben | aus FALTER 48/98 vom 25.11.1998

Haben wir das gewußt? Haben wir gewußt, daß es auf Gottes weiter Flur genau drei Städte mit Flaktürmen gibt? Daß die Berlin, Hamburg und Wien heißen und daß in jeder von ihnen genau sechs von diesen grauen Riesentrümmern stehen? Sechs von den Nazis aufbetonierte Riesenbunker? Nein? Nicht einmal, daß immer zwei von ihnen beieinander stehen und daß diese Paare mit den anderen ein gleichseitiges Dreieck bilden? Alles nicht gewußt? Macht nichts. Daß nun von unseren gezählten 18 Berliner, Hamburger und Wiener Flaktürmen haargenau einer nichts weniger als eine Zeitreisemaschine ist, haben wir das auch nicht gewußt? Ujegerl. Haben wir uns dabei ertappt, keinen Tau davon zu haben, daß mitten in Europa, in der Hauptstadt Schnitzellands, im Herzen des hermetischen Gumpendorf, einen Steinwurf vom Apollokino entfernt eine Zeitreisemaschine steht? Das ist uns neu? Eine Zeitreisemaschine? In Gumpendorf? Beim Apollokino? Ja, Zeitreisemaschine. "Haus des Meeres" nennt sich das Gerät. Es erlaubt eine Reise in die Aquaristik der frühen sechziger Jahre. Befehlshaberin des magischen Raumzeitschiffes ist die Suppenschildkröte Captain Polly, die sich das Kommandoschwimmbecken mit Lieutenant Nurse-Shark Fritzi und Doktorfisch Susi teilt.


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