Schluß mit lustig?

Kommentar Weil das Rathaus umgebaut wird, muß der Life Ball heuer anderswo stattfinden. Weil "anderswo" aber keine Postadresse ist, steht Österreichs bunteste Charity-Veranstaltung vor dem Aus.

Vorwort | Thomas Rottenberg | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Man muß weder ein persönlicher Freund von Ex-Aids-Hilfe-Chef Gery Keszler sein, noch ein Insider der Aids-Szene, um zu wissen, wofür der Life Ball steht und was er bedeutet. Man muß sich dafür am letzten Life Ball nicht einmal wirklich amüsiert haben.

Der Charity-Tanzerei droht jedenfalls das Aus: Das Rathaus wird im Sommer umgebaut - und alle anderen in Frage kommenden Adressen halten sich ans Floriani-Prinzip: "Life Ball? Super - aber bitte nicht bei uns." Life-Ball-Organisator Gery Keszler läuft mittlerweile die Zeit davon: Hat er bis Mitte Dezember kein passenes Quartier, fällt der Ball heuer aus. Und ein einmaliger Ausfall würde, so Keszler, den Tod des Balls nach sich ziehen.

Der Life Ball ist nicht deshalb so wichtig, weil er lustig oder lukrativ ist, sondern schlicht deshalb, weil es ihn gibt. Genau so, wie er ist, und genau dort, wo er stattfindet: Eine unzensuriert hysterische, aufgesetzte Tuntenkreischextase innerhalb eines Gemäuers, das repräsentativer, ehrwürdiger


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