Die Wiener Prügelknaben

Wiener Polizei Ein Schwarzer behauptet, von der Polizei brutal mißhandelt worden zu sein, und landete für neun Tage im Spital. Schon während der Ermittlungen, und ohne das Opfer zu vernehmen, werden die Beamten vom Polizeipräsidium vor der Presse freigesprochen. Der Fall ist nur ein Beispiel für den mangelnden Willen der Wiener Polizei, Übergriffe in den eigenen Reihen aufzuklären.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Wenn mehrere Beamten einen Mann wegen eines geringfügigen Verkehrsdeliktes so zusammenschlagen, daß er für neun Tage mit eingegipsten Armen und Beinen im Spital liegt, dann ist das nach Meinung des Polizeipräsidiums "gesetzlich gedeckt". Wenn dieser Mann - nach einer Verkehrskontrolle - mit einem blutunterlaufenen Penis und einer Gehirnerschütterung auf Befehl eines Unfallchirurgen sofort von der Einzelzelle auf die chirurgische Ambulanz überstellt werden muß, dann handelt es sich um die Konsequenz einer "völlig korrekten Amtshandlung" gegen einen Mann, "dessen Aggressionspotential amtsbekannt ist". Daß sich dieses "Aggressionspotential" im wesentlichen auf Jahre zurückliegende und abgetane Verurteilungen wegen kleinerer Delikte bezieht, wird von der Polizei verschwiegen.

Stimmen die - noch gerichtlich zu prüfenden - Vorwürfe gegen mehrere Polizisten, die Dr. C. vergangene Woche im Falter 48/98 erstmals erhob, dann handelt es sich um einen der brutalsten Polizeiübergriffe der


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