Not amused

Flüchtlinge Die ÖVP schlägt vor, die Schubhaft zu privatisieren. Nach britischem Vorbild. Auf der Insel funktioniert das Modell jedoch alles andere als "splendid". Erst vor einem Jahr kam es zu einer Revolte in einer privaten Schubhaftanstalt.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Paul Kiss ist Sicherheitssprecher und beschäftigt sich mit Schubhäftlingen. Er ist Abgeordneter der ÖVP und hält daher viel von Privatisierung. Was liegt näher, als diese beiden Elemente zu verbinden. Vergangene Woche forderte Kiss die Privatisierung der Schubhaft. Nach britischem Vorbild sollten sich private Wachdienste in speziellen Zentren um die rund 600 Schubhäftlinge bemühen, denn Schubhaft sei ja schließlich keine Strafhaft. In privaten Schubhaftanstalten könnten die Asylwerber menschlicher untergebracht, besser betreut werden und sogar mit ihren Familien zusammenleben, meinte Kiss.

Die englische Ortschaft Campsfield dürfte dem ÖVP-Sicherheitssprecher kein Begriff sein. Campsfield ist auch nur ein kleiner Ort in der Nähe der Universitätsstadt Oxford. Dennoch weiß ganz Großbritannien, wo Campsfield liegt. Grund dafür ist das "Campsfield Immigration Detention Center" - eines der privat geführten Schubhaftzentren auf der Insel. Seit wenigen Monaten steht dieser Name


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