Wider die neue Mitte

Interview Die politische Philosophin Chantal Mouffe zählt zu den interessantesten Vordenkerinnen einer Linken jenseits von Blair, Jospin und Schröder. Mit dem Falter sprach sie über die Gefahren des "dritten Wegs", über Gegenstrategien zum Neoliberalismus, über Bürgergeld und die Zukunft Europas.

Politik | Klaus Taschwer | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Radikal ist eines der Lieblingsattribute von Chantal Mouffe. Zum Beispiel radikale Demokratie. Die gilt ihr nämlich als das einzige Ziel, das sozialistisches Denken heute haben kann. Seit den frühen achtziger Jahren betreibt sie gemeinsam mit dem argentinisch-britischen Politikwissenschaftler Ernesto Laclau ein Projekt, das die beiden selbst als "Reformulierung des Marxismus" bezeichnet haben. Ihr gemeinsam verfaßtes Buch "Hegemony and Socialist Strategy" (1985, dt. 1991) ist inzwischen längst zum Klassiker linker Politiktheorie geworden. Die belgisch-britische Philosophin arbeitet zur Zeit an der Universität Westminster. Ihre Forschungs- und Lehrtätigkeit führte sie rund um die Welt, von Harvard bis Montevideo, von Sydney bis Toronto. Vor kurzem war Chantal Mouffe beim österreichischen Wissenschaftlerinnentag in Wien zu Gast und referierte über europäische Identität.

Falter: In England, Frankreich und seit kurzem auch in Deutschland sind linke Regierungen an der Macht. Kann man


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