"Dichand hat Gefühle"

Interview Wegen des Semmeringtunnels avanciert Verkehrsminister Caspar Einem erneut zum Watschenmann der "Kronen Zeitung". Einem über Hans Dichands Weltbild, Viktor Klimas Solidarität und das Mitleid der Genossen.

Gerald John | Medien | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Was, kein Titelblatt?" Der Herr Minister wirkt beinahe enttäuscht, als er vergangenen Donnerstag abend die Stiege 4 im Parlament Richtung Cafeteria emporsteigt. "Und was ist mit Wolf Martin? Cato? Herrn Strudl?" fragt Caspar Einem. "Fehlanzeige", reportiert der Pressesprecher, als er in der Abendausgabe der Kronen Zeitung vom Freitag blättert: "Nur den Staberl hamma." Nur den Staberl? Fad, verglichen mit der beispiellosen Kampagne in den Tagen zuvor. Am Mittwoch titelte die Krone mit dem "Kriminalfall" Semmering, garniert mit einem Wolf-Martin-Gedicht über Einem, der "Götze jener Narren der linken Tugend-Terror-Gruppe" sei. Tags darauf prangt am Krone-Cover die Schlagzeile "Was Einem sagt, das ist alles falsch". Anlaß für die Attacken ist wieder einmal der umstrittene Semmeringtunnel, den Verkehrsminister Einem von zahlreichen Vorgängern - darunter Bundeskanzler Viktor Klima - geerbt hat.

Falter: Herr Minister, wann waren Sie mit Hans Dichand das letzte Mal essen?

Caspar Einem: Ich

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