Kommentar: Wien modern auf Kuschelkurs

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Was ist eigentlich ein "Publikumsfestival"? Wien modern jedenfalls, erklärt der Generalsekretär des Wiener Konzerthauses, Christoph Lieben, soll eines sein. Und was ist ein "deutliches Signal der Stadt Wien, daß sie sich mit zeitgenössischer Musik auseinandersetzt und diese auch qualitativ maximal anbietet"? Wien modern, meint Kulturstadtrat Peter Marboe.

Noch vor wenigen Jahren wären beide Definitionsversuche problemlos miteinander vereinbar gewesen: In kurzer Zeit hatte sich Wien modern als retrospektives Festival etabliert, international einen Namen gemacht und daheim sein Publikum gewonnen. Doch als 1995 der hiesige Nachholbedarf an neuer Musik gedeckt war, gelang es den Veranstaltern nicht, eine neue, schlüssige Rolle für ihr Festival zu finden. Seitdem gibt es Mottos wie "Fremde Welten", "Voices.Words" oder, wie heuer, "An den Rändern Europas", unter denen eine oft ziemlich beliebige Auswahl angeboten wird.

Der Vorschlag, solche Themenschwerpunkte inhaltlich und zeitlich zu

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