Der Mensch als Ball

Film In seinem jüngsten Film, "The Spanish Prisoner", spielt David Mamet mit seinem ahnungslosen Protagonisten und den Erwartungen der Zuseher.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Zum Tennis braucht es drei Akteure, die einander wechselseitig in Bewegung halten: zwei Spieler und den Ball, der zwischen ihnen seine Bahnen zieht. Tennis ist die Sportart, die am Rande auch im neuen Film von David Mamet, "The Spanish Prisoner" (dt.: "Die unsichtbare Falle"), auftaucht. Und weil hier alles mit Bedacht gewählt und konstruiert ist, kann man sich auf dieses Bild verlassen und nach den Spielfiguren suchen.

Vordergründig ist "The Spanish Prisoner" kein Tennismatch, sondern ein Wirtschaftskrimi: Einer hat im Auftrag seiner Firma ein geheimnisvolles Verfahren entwickelt, für das sich außer seinen Bossen noch andere interessieren, die ihn in eine höchst komplizierte Intrige verwickeln, um ihm die Formel abzujagen. Der Held, Joe Ross (Campbell Scott), ist der Geheimnisträger (ein Medium) und zugleich der einzige, der nicht durchschaut, was hier gespielt wird. Kein Tennisspieler und somit zunächst der Ball auf einem großen Feld, dessen Koordinaten andere bestimmen. Vor allem


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