Secrets and Lies

Film In Jacques Rivettes "Secret défense" erweist sich Sandrine Bonnaire einmal mehr als unnahbar-verrätselte Charakterdarstellerin. Ein Porträt aus gegebenem Abstand.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Jacques Rivettes neuer Film hatte ursprünglich "Secret défense (la famille)" heißen sollen. Davon blieb als Titel nur die "Geheimsache" übrig und, von der Familie, Sylvie (Sandrine Bonnaire), ihr jüngerer Bruder Paul (Grégoire Colin) und ihrer beider Mutter (Françoise Fabian), die die Szene aber erst gegen Ende des Films betritt. Eigentlicher Mittelpunkt der Geschichte ist der abwesende, möglicherweise von seinem ehemaligen Kompagnon Walser (Jerzy Radziwilowicz) ermordete Vater, um dessen schon ein paar Jahre zurückliegenden Tod sich in "Secret défense" eine Art familiärer Kriminalgeschichte entwickelt. In dieser klingen zum einen die griechische Mythologie (Aischylos' "Orestie") und zum andern das Genrekino Hollywoods (vor allem Hitchcocks "Vertigo") an.

Sandrine Bonnaires Domäne ist die Einsamkeit. Freunde oder gar eine intakte Familie sind ihr fast nie gegönnt, noch prekärer aber ist meist das Verhältnis, das sie zu ihrem jeweiligen (Film-)Vater hat. Darin ist "Secret défense"


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