Helfgott muß nicht sein

Musik Die Plattenindustrie feiert momentan ihre alten Helden ab. Daß es neben all den "Great Pianists of the 20th Century" auch vielversprechenden Nachwuchs gibt, zeigt der "Falter" in einer Porträt-Serie. Den Anfang macht die Wiener Pianistin Ingeborg Baldaszti.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Laut wird die Pianistin Ingeborg Baldaszti selten. Aber gegen den Vorwurf mancher Kritiker, viele junge Kollegen kompensierten mangelnde Musikalität mit perfekter Technik, wehrt sie sich vehement. "Ich habe genug von Alfred Brendel oder Maurizio Pollini gehört, das einfach nur kalt runtergespielt war - eh klar, daß man mit der Zeit auslaugt. Aber die können spielen, wie sie wollen, da traut sich kein Kritiker, was zu sagen. Nur bei den Jungen heißt es gleich: Unmusikalisch! Warum soll man als Junger denn nicht empfinden?"

Natürlich weiß die 27jährige Wienerin, daß es viele Pianisten gibt, auf die der Vorwurf zutrifft: "Auf den Wettbewerben hat man schon oft den Eindruck, da spielen Maschinen. Aber bei dem Konkurrenzkampf heutzutage hast du von klein auf diesen technischen Drill." Den Drill kennt Baldaszti auch aus eigener Erfahrung. Eine Lehrerin hatte ihre Eltern dazu überredet, der talentierten Volksschülerin ein Klavier zu kaufen; später kam sie zu Elisabeth Dvorak-Weisshaar


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