Die Physik der Begierde

Theater Über den schottischen Dramatiker Anthony Neilson und sein Stück "Der Zensor", das derzeit im Schauspielhaus gespielt wird.

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 49/98 vom 02.12.1998

Karl Löbl war nicht da. Der amtsmüde ORF-Theaterkritiker besucht das Schauspielhaus nicht mehr, seit dort hauptsächlich Stücke gespielt werden, in denen es "ums Vögeln, Masturbieren und Zuschlagen" (Löbl in einem profil-Interview) geht. So gesehen, war es die richtige Entscheidung, auch diesmal zu Hause zu bleiben: Zugeschlagen wird in der aktuellen Schauspielhaus-Produktion nicht; ansonsten aber kommt im "Zensor" alles vor, was Löbl aus dem Theater treibt. Es geht ums Vögeln und ums Masturbieren, es geht um Pornografie und andere Peinlichkeiten. Kurz: Es geht um Sex.

Miss Fontaine hat einen pornografischen Film gedreht und will den Mann von der Zensurbehörde davon überzeugen, daß es sich bei ihrem Werk um Kunst handelt. Aus dieser denkbar einfachen Ausgangsposition entwickelt sich ein spannendes Duell, in dem der Zensor (der immerhin das Gesetz auf seiner Seite hat) nur scheinbar die besseren Karten hat. Er will 35 Minuten herausschneiden - sie greift ihm in die Hose. Er sieht

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