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Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 50/98 vom 09.12.1998

Über mich gibt es nichts zu sagen", sagt Klaus Nüchtern, neben mich tretend. D'accord. Womit wir das erledigt hätten und zum Wesentlichen vordringen. Michael Omasta, als Filmredakteur bei alt und jung nicht zuletzt seiner kompetent-sardonischen Kommentierung des laufenden Filmgeschehens wegen beliebt, hat es wieder getan. Als einziger österreichischer Filmjournalist interviewte er mit Kollege Christian Cargnelli den neuen Präsidenten der Viennale Eric Pleskow (Seite 22).

Da gibt es mehr als einen Zusammenhang. Nicht nur, daß Omasta mit Cargnelli gemeinsam das Standardwerk "Aufbruch ins Ungewisse" über österreichische Emigranten im internationalen Film verfaßt hat. Die beiden luden Pleskow, den ehemaligen Präsidenten von United Artists, 1993 zum von ihnen organisierten gleichnamigen Symposium der Viennale nach Wien ein. Pleskow sagt heute, daß es "unterbewußt" für ihn "sehr wichtig war", zu diesem Symposium zu kommen. Nun ist er seit letzter Woche Präsident der Viennale, deren Chef, Ex-Falter-Kritiker Hans Hurch, hofft, "das Maximum aus ihm herauszuholen". Das wird nicht wenig sein. "Das Schweigen der Lämmer", "Der mit dem Wolf tanzt", "Amadeus" und "Platoon" sind nur einige der Filme, die Pleskow produziert hat und die mit Oscars bedacht wurden.

Florian Klenk bleibt dran. Das ist kein Grund zur Freude, denn der Fall der Polizistenverletzung durch Chinesenprügeln ist mittlerweile gerichtlich in der ersten Instanz befürchtungsgemäß beendet (Seite 10). Polizeipräsident Stiedl, den Klenk mit Nina Weißensteiner interviewte (Seite 15), zeigt erwartungsgemäß im Fall des Dr. C., der sich bei der Beschädigung einer Polizistenjacke Knochenbrüche und Genitalienprellungen zuzog, kein Einsehen. Inzwischen greifen zahlreiche Medien die beiden Fälle auf.

Die österreichischen sozialdemokratischen Abgeordneten zum EU-Parlament haben reagiert und Klenk diese Woche mit dem Journalistenpreis "Europa und die Menschenrechte" ausgezeichnet. Wir gratulieren.


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