Vorboten von der Insel

Kommentar Das Loshacken der britischen Presse gegen die deutsche Regierung ist nur ein Vorgeschmack auf innenpolitische Streitigkeiten im Zuge der EU-Reform.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 50/98 vom 09.12.1998

Ohne die Lords müßte Tony Blair verzweifeln. So perfekt war alles geplant: Schritt für Schritt wollte der strahlende britische Premier sein zögerliches Volk zum Euro führen und Großbritannien als dritte Führungsmacht der EU etablieren. Die dazu nötige Volksabstimmung war schon für das Jahr nach dem vorprogrammierten nächsten Laboursieg geplant Dann kam Oskar. Die Forderung des ideensprühenden Sozialdemokraten an den Schalthebeln der deutschen Finanzmacht nach Steuerharmonisierung in der EU, auch gegen den Willen des Niedrigsteuerlandes Großbritannien, warf die gefinkeltsten EU-Pläne von Labour über den Haufen. Denn die entfesselte Wut, mit der die konservative Presse seither in London gegen die deutsche Regierung zu Feld zieht, droht zu einer Machtprobe für New Labour zu werden.

Wer wissen will, was aggressiver Kampagnenjournalismus ist, dem seien Daily Mail, Sun, Daily Telegraph oder auch die altehrwürde Times empfohlen: Da wurde der deutsche Finanzminister zur "größten


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