Domina im Grauen Haus

Justiz Finale im Chinesen-Prozeß. Jene Österreicherin, die behauptet, von der Fremdenpolizei verprügelt worden zu sein, wurde von Richterin Klothilde Eckbrecht zu sieben, ihre Schwester zu drei Monaten Haft verurteilt. Zusätzlich muß sie 17.400 Schilling Schmerzensgeld an den Polizisten überweisen.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 50/98 vom 09.12.1998

Eigentlich", sagt Klothilde Eckbrecht zu Rechtsanwalt Thomas Prader, "müßte ich mich nach Ihrem Plädoyer für befangen erklären, aber den Gefallen tu' ich Ihnen nicht. Ich werde Sie bei der Rechtsanwaltskammer anzeigen!" Sieben Monate Haft (bedingt) für Xiuzhen He, jene Österreicherin, die behauptet, in ihrem Lokal von der Fremdenpolizei verprügelt und beschimpft worden zu sein (der Falter berichtete ausführlich). Drei Monate Haft (bedingt) für ihre Schwester und den Koch. Zusätzlich wird Frau He zur Zahlung von 17.400, der Koch zu 10.000 Schilling Schmerzensgeld an die Polizisten verurteilt.

Die Vorgeschichte: Drei Beamte der Fremdenpolizei besuchen am 2. Juli nach einem "anonymen Hinweis" das Chinarestaurant Schöne Perle. Vorschnell und zu Unrecht erklären sie den Paß von Hes Schwester für gefälscht. Sie sprechen die Verhaftung aus. Die österreichische Lokalbesitzerin Xiuzhen He protestiert. Der Koch, er hat seinen Ausweis in der naheliegenden Wohnung, wird auch festgenommen.

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