Drogentips vom AMS?

Suchtgift Auf seltsamen Flugblättern wird in und um Wien immer wieder vor Drogen gewarnt, die es gar nicht gibt. Als "Autor" scheint seit kurzem das Wiener Arbeitsmarktservice auf.

Politik | Thomas Rottenberg | aus FALTER 50/98 vom 09.12.1998

Sie sind nicht neu. Jene Flugblätter, die plötzlich an schwarzen Brettern hängen und in denen vor einer "neuen Droge" gewarnt wird: Aus Amerika, so der anonyme Warnwisch, kämen Abziehbilder nach Europa, die mit Sternen bedruckt und mit LSD versetzt wären. Durch Berührung, heißt es, käme die Droge in die Blutbahn. Um die Welt zu schützen, möge man den Zettel aufhängen - und nach Kettenbriefmanier für seine Verbreitung sorgen. Wie bei Kettenbriefen finden sich Namen bereits "gewarnter" Stellen auf dem Blatt. Auch die von Krankenhäusern.

So gut gemeint die Warnung auf den ersten Blick scheinen mag, so falsch ist sie: An der Geschichte ist nichts dran, sie ist absoluter Unfug. Regelmäßig taucht das Flugblatt auf - und verunsichert.

Im Oktober sah sich sogar die Drogenberatung der Stadt veranlaßt, ein "Entwarnungsblatt" herauszugeben. Der hanebüchene LSD-Pickerl-Unsinn ist aber nicht aus der Welt zu schaffen.

Vergangene Woche erreichte den Falter (wieder einmal) der LSD-Kettenbrief.


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