Mediensplitter

Medien | aus FALTER 50/98 vom 09.12.1998

"Standard" mit "Süddeutscher" Am 2. Dezember hat der Süddeutsche Verlag 49 Prozent der Tageszeitung Der Standard übernommen. Standard-Gründer Oscar Bronner hält noch 10 Prozent, die Bronner-Stiftung 41 Prozent. Der kolportierte Kaufpreis von 450 Millionen Schilling für die 49 Prozent dient dazu, den Bank-Austria-Kredit des Standard abzudecken. Die bisherige Führungsstruktur des Standard bleibt unverändert. Flaggschiff des Süddeutschen Verlags (Umsatz: 1,2 Milliarden DM, 4500 Mitarbeiter) ist die Süddeutsche Zeitung, die sich im Besitz von vier Familien befindet. - Der deutsche Medienmarkt beginnt nun auch in seiner Kolonie Österreich seinen Heimatmarkt zu reproduzieren. Hoffnung für Leser? Das Engagement eines Qualitätsverlags kann nicht schaden. Oscar Bronner hat seiner Gründung eine solide Zukunftsbasis gesichert.

Kein Paket vor Weihnachten Wir sind Europäer und wichtig, also müssen wir zumindest die Umsetzung der EU-Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" noch heuer parlamentarisch beschließen. Der Geist dieser EU-Richtlinie ist geprägt von der "Beseitigung der Hindernisse für den freien Dienstleistungsverkehr zwischen den Mitgliedstaaten" und von der "Schaffung eines Systems, das den Wettbewerb vor Verzerrungen schützt", wie es dort heißt. Also Privat-TV. - Aber das, so sagen die Verantwortlichen für das "Medienpaket" aus ORF-Gesetz, Privat-TV und Medienbehörde, geht nicht so schnell, denn wir sind in Österreich, und alle Interessenten müssen zufriedengestellt werden, ehe wir Gesetze beschließen, die dann vor dem Verfassungsgerichtshof nicht halten.


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