Hendrix' harte Eier

Kulturtheorie Ein "Schwarzbuch der Kulturpolitik" entdeckt den Niedergang der Hochkultur und möchte den Staat für die U-Musik interessieren.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 50/98 vom 09.12.1998

Die Behäbigkeit des klassischen Buchhandels ist dem Libro-Diskont fremd. Kaum ist er ins Verlagsbusineß eingestiegen (der Falter berichtete), erscheint schon wieder eine eigene Reihe: Die "Libro Debatte" wird mit dem "Sturz der Denkmäler" eröffnet.

Gemeint sind die (einstmals) kanonisierten Werke der Hochkultur; aber auch "die Routine einer ideologischen Gewissensindustrie", die Denk- und Mahnmale in Auftrag gibt, wird hart kritisiert - Martin Walsers umstrittene Friedenspreis-Rede wurde nämlich auch noch schnell eingearbeitet.

Das nennt man Tempo! Noch hat das "Schwarzbuch Kommunismus" sein Plätzchen im Langzeitgedächtnis, noch wird das vom Kunstkanzler in Auftrag gegebene und vom Kunststaatssekretär koordinierte "Weißbuch Kultur" landauf, landab diskutiert, schon braust die Libro-Debatte mit einem "Schwarzbuch der Kulturpolitik" (so der zweite Untertitel) auf der Überholspur einher, in dem das Verhältnis von "Staat und Hochkultur" (so der erste Untertitel) tüchtig abgeklopft


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige