Mitleid mit Kurt Krenn

Kommentar Die katholische Kirche in Österreich erfreut sich derzeit besonderer Aufmerksamkeit. Der über die Medien ausgetragene Streit kommt den Bischöfen gar nicht ungelegen.

Vorwort | Anton Pelinka | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

No news is bad news; any news is better - nach dieser Regel geht es der Kirche im Augenblick sehr gut. Alle, fast alle, haben eine Meinung über Krenn und über seine Kritiker. Viele empören sich lustvoll über die eine oder die andere Seite, auch wenn ihr Alltag von der Kirche ansonsten nicht sehr bestimmt wird. Dem Bischof von St. Pölten kommt dabei der Part des reaktionären Finsterlings zu. Und er treibt die Einschaltquoten hoch.

Was interessiert die größte österreichische Glaubensgemeinschaft, die der "Taufscheinkatholiken", überhaupt an der Kirche? Insgesamt gesehen fast nichts. Doch wenn sich die Kirche in so unterhaltsamer Weise präsentiert, dann bekommt sie den lange vermißten Stellenwert.

Die mediale Selbstinszenierung der Kirche dient aber nicht primär der Unterhaltung der von der Kirche entfremdeten Basis. Die Inszenierung des Konflikts der Bischöfe soll ablenken. Ein Konflikt dritter Ordnung soll den Konflikt erster Ordnung zudecken.

Glaubt wirklich irgend jemand, daß


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