Mutloser Minimalismus

Kommentar Den nationalen Beschäftigungsplänen fehlen Phantasie und Perspektive.

Vorwort | Christian Felber | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

Das Pro-Kopf-Einkommen wächst in Österreich wie in der EU unaufhörlich. Jedes Jahr gibt es mehr Geld für jeden einzelnen Bürger. Das Problem: Einkommen ist grundsätzlich an Arbeit gekoppelt, und die wird weniger. In absoluten Zahlen wird in Europa keine Arbeit geschaffen. Im Gegenteil, die EU-Kommission hat in einer jüngsten Studie bekanntgegeben, daß das Gesamtvolumen an Lohnarbeit seit Anfang der neunziger Jahre konstant abnimmt. Zwar werden laufend neue Stellen geschaffen, aber nur durch den Trend zur Teilzeit. Man kann von versteckter Arbeitszeitverkürzung sprechen oder von der Umwidmung sozialversicherter Vollzeitsegmente des Arbeitsmarkts in prekäre Teilzeitsegmente.

Während also der Reichtum zunimmt, schrumpft das benötigte Gesamtarbeitsvolumen. Eine Hauptursache liegt in der einseitig verstandenen Produktivitätssteigerung: Maschinen, Strom und Transportkilometer werden eingestellt, Arbeitskräfte gefeuert. In einer anderen Studie bekennt die EU, sechs der 18 Millionen


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